Vizebürgermeisterin Franziska Zohner-Kienesberger hat mit ihrem Vorschlag zum Kompromiss das Ende der Malwerkstatt abgewendet, ist über die Vorgangsweise aber immer noch entsetzt.
Die Sitzung des Gemeinderats im September war anders. Eltern, Großeltern und Kinder waren da, um ihr großes Interesse am Tagesordnungspunkt Malwerkstatt zu dokumentieren. Und ein wenig Druck durch Präsenz und Plakate zu erzeugen, das kann bekanntlich auch nicht schaden.
Warum war das Thema so brisant? Die Eltern haben nur wenige Tage vor Kursbeginn per Telefon erfahren, dass die Malwerkstatt zusperren muss, wenn die Gemeinde eine Subvention in Höhe von 23.460,- Euro nicht sofort im Gemeinderat am 25. 9. 2025 beschließt.
Zum Verständnis vorweg: wie viele andere weiß ich das Angebot der Malwerkstatt zu schätzen. Sie bietet rund vierzig Kindern jedes Jahr einen guten Zugang zu kreativer Beschäftigung, Gemeinschaft und einen Raum für Aktivität.
Was wahrscheinlich die meisten Eltern gar nicht wussten, ist die Tatsache, dass es von der Gemeinde nie eine Subvention gab. Es ist eine Einrichtung des Bildungszentrum Inneres Salzkammergut und wurde von diesem Verein bisher finanziert. Indirekt subventioniert die Gemeinde allerdings durch das kostenlose Überlassen von Räumen in der alten Sonderschule.
Laut Unterlagen, welche dem Gemeindevorstand in einer ersten Besprechung zur Verfügung gestellt wurden, wird seit 2019 ein Verlust erwirtschaftet. Dieser ist seither kontinuierlich und erheblich gestiegen.
Mehr als eigenartig war und ist für mich die Vorgangsweise mit einer äußerst befremdlichen und mutmaßlich geplanten Regie dahinter, die gegenüber allen anderen Vereinen unfair ist. Ebenso unfair – um nicht stärkere Worte zu verwenden – aber auch gegenüber den anderen Fraktionen. Ausgenommen natürlich die SPÖ. Weshalb das? Nun, die Bürgermeisterin ist die Obfrau des BIS und seit spätestens Juni stand definitiv fest, dass die Finanzierung der Malwerkstatt massive Probleme macht. Unwissen ist hier wenig glaubhaft.
Erst am 9. September 2025 landet ein Ansuchen für eine Subvention im Amt. Weil ein Jahr zu spät, wäre es für jeden anderen Verein laut unseren Richtlinien unverzüglich abgelehnt worden. Die Bürgermeisterin sollte diese Verordnung kennen. Es wird aber trotzdem kein Gespräch mit allen Fraktionen gesucht, sondern auf mögliche Ausnahmeregeln gepocht.
Zwei Tage später tagt der Finanzausschuss. Angeblich wurde die Behandlung dieses Antrags vergessen. Wo sonst sollte man aber über neue Subventionen in einer solchen Höhe diskutieren?Der Vorsitzende des Ausschusses arbeitet übrigens im BIS.
So hofft man offensichtlich, dass die Eltern rebellisch werden und Stimmung machen. Natürlich sind die Eltern angefressen, wenn es wenige Tage vor Kursstart scheinbar keine Entscheidung gibt. Damit kann man gut den Druck auf die Parteien erhöhen, die mit Informationen sehr spät, wenig oder gar nicht versorgt wurden.
Über die gekünstelt emotionalen und völlig von Verständnis für Sachzwänge unbeleckten Redebeiträge der SPÖ-Mitglieder bei der Sitzung braucht man keine Worte verlieren. Aufgrund meines Abänderungsantrages kam es letztlich zu einem Kompromiss. 12.000,- Euro statt der geforderten 23.460,- sollen den Bestand der Malwerkstatt bis zum nächsten Sommer sichern.
Aber was dann? Wie kann die Malwerkstatt langfristig gesichert werden? Hier müssen die Verantwortlichen Wege und Lösungen finden. Eine quasi Übernahme zu den jetzigen Bedingungen durch die Gemeinde ist keine Lösung. Denn das wäre gegenüber allen anderen Vereinen auch mit schönsten Worten nicht zu vertreten.
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Aufzeichnung der Diskussion im Gemeinderat zur Subvention für die Malwerkstatt (YouTube)
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Franziska Zohner-Kienesberger
Vizebürgermeisterin
Obfrau Schulausschuss
Obmannstellvertreterin Sportausschuss
Mitglied Personalbeirat




