Ergebnisse der Umfrage 2018

Im Oktober und November gingen wir BÜFEs von Haus zu Haus und suchten das Gespräch mit den EbenseerInnen. Mit im Gepäck hatten wir einen Fragebogen, um die Anliegen der Bevölkerung zu hören und in Zukunft besser umsetzen zu können. Vorweg ein herzliches Dankeschön für die vielen freundlichen und interessanten Gespräche die wir führen durften.

Büfe-Umfrage 2018 (GR Michael Lindenbauer, Vizebürgermeisterin Franziska Zohner-Kienesberger, GR Luise Schwarz, GR Herbert Riedler, Adi Zohner, GR Katharina Panzl-Piontek, GV Hans Schilcher)

Als Gruppe neigt man dazu, sich in einer Informations­blase mit Personen, die die gleichen Ansichten, Probleme und Einstellungen teilen, zu bewegen. Dies ist nicht nur (wenn auch verstärkt) in den sozialen Medien wie Facebook so, sondern auch im täglichen Leben, sei es beim Sport- und Musikverein, am Stammtisch oder in der Nachbarschaft. Daher ist dieser unmittelbare Austausch eine wichtige Basis für unsere Politik, um aus dieser Blase auszubrechen und für die gesamte Bevölkerung eine Anlaufstelle für Anliegen und Probleme sein zu können.

ENORME BETEILIGUNG

Mit unserer Aktion gelang es tatsächlich, ein breites Feedback zu erlangen. So dürfen wir uns über einen Rücklauf von rund 450 Fragebögen freuen. Dies stellt für eine solche Aktion einen vergleichsweise sehr hohen Wert dar und übertrifft bei weitem unsere eigenen Erwartungen. Die Rückmeldungen teilen sich ziemlich genau Halbe-Halbe zwischen Frauen und Männern auf und erstrecken sich über alle Ortsteile von Ebensee. Rund die Hälfte gab an, über 50 Jahre oder weiser zu sein und 72 Prozent haben schon ihr ganzen Leben in Ebensee verbracht. Dementsprechend lässt sich unseres Erachtens ein gutes und fundiertes Stimmungsbild aus den Angaben zur Zufriedenheit mit der Ortsentwicklung ableiten.

LEBEN UND WOHNEN

Im Bereich Leben und Wohnen in Ebensee zeichnet sich demnach ein überwiegend zufriedenes Bild in den Rückmeldungen. So stehen einem Anteil von 50 Prozent, die die Leistbarkeit und Verfügbarkeit von Wohnraum, eher positiv beurteilen lediglich 30 Prozent gegenüber, die das anders sehen. Ein relativ hoher Anteil von 20 % konnte bzw. wollte dazu keine Angabe machen. Deutlich übertroffen werden diese Zahlen jedoch mit der Zufriedenheit betreffend Altenversorgung und Vereinsleben. Mehr als 80 % sind mit der Betreuung im Alter in Ebensee sehr zufrieden oder eher zufrieden. Dank gebührt an dieser Stelle jedenfalls den Pflegekräften und Mitarbeitern diverser einschlägiger Einrichtungen, aber auch den Familienangehörigen, die sich der Pflege und Versorgung im Verwandtschaftskreis widmen und so zu einer solch erfreulichen Stimmungslage beitragen. Der Umgang mit Personen im höheren Alter sagt unseres Erachtens viel über den moralischen Standard einer Gesellschaft aus. Ähnlich positiv wird das Vereinsleben in Ebensee beurteilt. Auch hier der Dank an alle ehrenamtlich tätigen Personen, die zur Vereinsvielfalt, zum kulturellen- und sportlichen Angebot und zur Brauchtumspflege in unserem Ort beitragen. Bemerkenswert ist, dass trotz dieser Zufriedenheit mit dem Vereinsleben, das Jugendangebot als ausbaufähig angesehen wird. Dies deckt sich jedoch mit den Angaben zur Unzufriedenheit mit der Geschäftsvielfalt und dem Gastronomieangebot. In zahlreichen Gesprächen und handschriftlichen Anmerkungen wurde das Wirtshaussterben und das Fehlen von Abend- bzw. Nachtlokalen beklagt.

Büfe-Umfrage 2018 - Grafik Leben

ARBEIT

Als große Baustelle ist das Thema Arbeitsplätze zu benennen. Sowohl die berufliche Ausbildungssituation, als auch das Angebot am Arbeitsmarkt wird überwiegend negativ beurteilt. Dies ist insofern interessant, als z. B. die Kommunalsteuer zuletzt gleich geblieben und nicht gesunken ist. Medienwirksame größere Betriebsschließungen und die Veränderung der Arbeitswelt in unserer Region hinterlassen jedoch ihre Spuren. Der unbestreitbare Verlust von Kleingewerben (Stichwort Fleischhauer) sowie Einkaufsmöglichkeiten (abgesehen von Lebensmitteln) trägt zu einem negativen Stimmungsbild bei. Das bereits erwähnte Wirtshaussterben wird ebenso mit großer Sorge betrachtet und ist – wenn man nur an das Rathausstüberl (auch dieses wurde mehrmals explizit angesprochen) oder die Naherholungsgebiete Langbathsee und Offensee denkt – ein klarer Auftrag an die Politik, hier für Veränderung zu sorgen.

Büfe-Umfrage 2018 - Grafik Arbeit

NAHERHOLUNG

Im Gegensatz zur Sauberkeit im Ort wird die Entwicklung unserer Naherholungsgebiete kritisch oder eher negativ gesehen. Neben dem oft angesprochenen Verkehrs- und Parkplatzproblem an der Langbathstraße, aber auch im Rindbach, wurde oft auch eine Regelung für den Umgang mit Hunden eingemahnt. Aus den Hausbesuchen ging hervor, dass sich viele diesbezüglich klarere Regelungen und mehr Kontrolle wünschen. Das von vielen bekundete Lob für das Engagement um ein besseres Ortsbild, nehmen wir als BÜFE trotz unserer eingeschränkten Gestaltungsmöglichkeiten (Stichwort Mehrheitsverhältnisse) gerne entgegen und versprechen, uns hier weiterhin intensiv einzubringen.

Büfe-Umfrage 2018 - Grafik Ortsbild

KINDER UND SCHULE

Als eher positiv wird hingegen die Entwicklung betreffend Kinderbetreuung und Schuleinrichtungen angesehen. Die Investitionen in den Kindergartenneubau und in das neue Schulzentrum verleihen der guten Betreuungs- und Ausbildungssituation, die von engagierten LehrerInnen und KindergärtnerInnen geleistet wird, auch eine Öffentlichkeitswirksamkeit und sorgen für eine zeitgemäße Ausstattung. Dies zeigt auch, dass sich eine engagierte und die Betroffenen einbindende Ausschussführung durch unsere Vize-Bürgermeisterin Franziska Zohner-Kienesberger bezahlt macht.

Büfe-Umfrage 2018 - Grafik Infrastruktur

GESUNDHEIT

Gleichwohl in vielen Gesprächen und handschriftlichen Kommentaren Besorgnis über die zukünftige Entwicklung betreffend niedergelassene Ärzte zum Ausdruck kam, zeigt sich doch ein überwiegender Anteil mit der Entwicklung in den letzten Jahren im Gesundheitsbereich zufrieden. Der daraus abzuleitende Auftrag ist klar: Dies darf sich auch in Zukunft nicht ändern.

GEMEINDEFINANZEN

Wenig Zufriedenheit zeigt sich jedoch mit dem Umgang der öffentlichen Mittel, dem Geld der BürgerInnen und SteuerzahlerInnen. Mehr Transparenz und Offenlegung, sowie eine kritischere Prüfung von Expertenaussagen (auch mit Hausverstand) könnten hier zu mehr Vertrauen führen. Wir werden uns dafür jedenfalls weiterhin stark einsetzen, um diese Transparenz zu gewährleisten. Eine gläserne Politik und nicht der gläserne Mensch sind das Ziel.

ANREGUNGEN

Viele haben sich hingesetzt und schriftlich festgehalten, wo für sie in Ebensee der Schuh drückt – z. B. Geschwindigkeit auf bestimmten Straßen, Verkehrssituation in der Langbathstraße. Diese Anmerkungen sind für uns besonders wichtig. Wir als BÜFE sehen das als Auftrag, diese Themen in den nächsten Monaten in die Ausschüsse zu bringen bzw. im Gemeinderat zu diskutieren und wo immer möglich Lösungen herbeizuführen.
Auch in vielen persönlichen Gesprächen bei den Hausbesuchen wurden Anliegen an uns herangetragen. Wir haben diese festgehalten und werden uns, soweit es möglich ist, um Lösungen bemühen.

DANKESCHÖN

Abschließend möchten wir ein großes und herzliches Dankeschön an die EbenseerInnen aussprechen, die uns mit ihrer Unterstützung bei der Fragebogenaktion in manchen Themenbereichen unsere Arbeit bestätigten und uns ebenso für viele weitere Anliegen die Augen geöffnet haben. Durch den großen Rücklauf zeigt sich, dass die Entwicklung unseres Ortes der Bevölkerung stark am Herzen liegt und die zukünftige Entwicklung in gewissen Themenbereichen nicht nur unsererseits kritisch betrachtet wird. Die Wichtigkeit eines engen Kontakts zu den EbenseerInnen wurde uns öfters bestätigt und bildet für uns auch eine wichtige Säule unseres Engagements.

Dr. Matthäus Schmied | Florian Tiefenbacher BSc